Billige Mobilfunkverträge

Günstige Handyverträge

Seit einiger Zeit bietet der Discount-Riese auch eigene Mobilfunkverträge unter dem Namen ALDI TALK an. In einem alten hanseatischen Kaumann-Sprichwort heißt es: "Jeder kann es billig. Weshalb streiten CDU und SPD so oft und so heftig gegen ihre eigenen Mitbürger?

Es gibt für jeden politischen Halbzeitdenker noch diesen kleinen Pausenmoment, diesen Zeitpunkt, in dem die Politiker behaupten, ein "Produkt" von sich selbst zu sein, das wie ein Automobil, eine Banane oder ein Feuerzeug "vermarktet" werden soll. Das ist ein recht gutes Zeichen, dass uns die logische Seite = Ware noch nicht ganz banale erscheint.

Vermutlich ein Grund für das diffuse Unbehagen bei der Erarbeitung dieser Formel ist die Zuordnung verschiedener politischer und produktbezogener Eigenschaften. Zwar erfüllt das Erzeugnis einen (mehr oder weniger) realen Bedarf und strebt wirtschaftlich bedeutsame Mehrwert- und Gewinninteressen an, doch wird der politischen Seite (glücklicherweise) nach wie vor ein übergeordnetes soziales Anliegen eingeräumt - im berechtigten Konflikt der Teilinteressen der Parteien.

Hinzu kommt sicher der gütige Wille, dass Erzeugnisse "verführen", aber die Politik überzeugt. Eine parteipolitische Überzeugungsanalyse sollte vor diesem Hintergund die Ergebnisse der Markenartikelbranche mit großer Sensitivität auf die "Produktpolitik" übertragen. Bei aller (erhofften) Unterschiedlichkeit zwischen Strategie und Produkten gibt es jedoch eine grundlegende Parallele: Beide wollen Menschen an eine Performance-Idee bindet.

Auch wenn die Eigenschaften und Wirkungen verschieden sein mögen, haben die Produkte und die Richtlinien gemein, dass ein gewisser Dienstleister die ganze Erde an einem Ende mitgestaltet. Die Strukturierungsfunktion ermöglicht die Ausrichtung in einer verwirrenden Umgebung und hilft dem Dienstleister, Kosten und Aufwand zu reduzieren, um zu gewinnen. Sehr einfach: Brand reduziert die Kosten der Transaktion.

Verlässlichkeit ist die Basis für Markenstärke, aber sie muss sich auch an veränderte Lebensbedingungen, Innovationen und Umstände gewöhnen. Vielmehr hat sich die Handelsmarke im Laufe der Jahre an die geänderten Bedingungen gewöhnt und steht in der Fassung 2018 noch für gewisse Größen. Die Adaptionsfähigkeit beschreibt die Marken-Soziologie als die "selbstähnliche Entwicklung" einer Marken.

Zu viel Konsistenz führt zum Absterben einer Brand, zu viel Adaption macht sie willkürlich, löscht ihre Ausrichtungsfunktion. Der in der Markenartikelbranche bereits immerwährende Überlegungsprozess, der von sehr wenigen Top-Managern begriffen wird (es ist notwendig, der Typologie einer Marken zu folgen - in diesem Sinne zählt die Markenführung nicht zum Unternehmen, sondern zu den Kunden....), ist eine noch vielschichtigere Aufgabenstellung in der Politik:

Eine Schlüsselfrage ist vor dem Hintergund von Gespür und Meinungsumfragen: Wenn politische Maßnahmen strukturiert als ein zu vermarktendes Erzeugnis gesehen werden, warum haben die Parteiführer der großen Fraktionen, vor allem auf föderaler Ebene, seit Jahren das "Kundeninteresse" so offenkundig ignoriert - der erodierende Stimmenanteil ist dafür ein klares Indiz? Das Versprechen der Verlässlichkeit wird nicht mehr gehalten.

Der Kunde ist verärgert, unruhig und kennt seine eigene Handelsmarke nicht mehr. Diesen Prozess nennt man Markentreue, obwohl der erste Anstoß nicht vom Konsumenten kommt, sondern von der eigenen Firma - sie ist ihrer Performance-Genetik abträglich. Durch die Fokussierung auf neue oder ausländische Kundengruppen will die Firma mitwachsen. Alle Besitzer eines Mobilfunkvertrags wissen, dass die besten Offerten immer von neuen und nicht von regulären Käufern kommen.

Bei den Mobilfunkanbietern liegt die logische Konsequenz darin, dass die Untätigkeit der Bestandskunden eine Veränderung lähmt und eine aufmerksamkeitsbezogene Werbeaktion inklusive einer Preiskampagne direkt zum Umsatz führt - damit steigt das Unter-nehmen. Auf kurze Sicht ist dieser Bezug richtig, aber ob die Handelsmarke damit ökonomisch Erfolg hat, wird durch eine solche Vorstellung nicht erörtert.

Ganz im Gegenteil: Ein alter hanseatischer Spruch sagt: "Jeder kann günstig sein. Die meisten Kennzahlen geben keine Auskunft darüber, ob viele " gekaufte " Käuferinnen und Käufer ökonomisch rentabel sind. Haben SPD und CDU nun also massive Wählerverluste erlitten, sind die strukturellen Ursachen die Neupositionierung der Dienstleistungsinhalte in der Geschichte ähnlich wie bei Ausländern aufgrund der Ausrichtung auf neue, d.h. erhoffte und viel beachtete Adressatengruppen - hier wäre eine streng leistungsanalytische Erfassung erforderlich, ob sich die Kernbotschaften von SPD und CDU in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich geändert haben.

Einerseits wird der Inhalt der "Kernwählerschaft" entfremdet, andererseits müssen die neuen Adressaten erst einmal mühselig davon überzeugen, dass die Party "völlig anders ist als erwartet"..... wenn diese Überzeugungen vordergründig erfolgreich sind, dann ist die Auseinandersetzung mit der angestammten Kernwählerschaft, die die "alte Positionierung" verkörperte (und bewahren will), direkt zu Irritationen geführt.

Beispiel aus der Markenwelt: Seit 10 Jahren steht die McDonald's-Marke für "gesunde Ernährung", hat immense Marketing-Budgets aufgewendet und lobt "vegetarische Burger". Die Problematik: Die Stammkundschaft, die das Geschäft wie die Klassiker (ungesund) finanziert und vom neuen Erscheinungsbild gereizt wird, während die "Hardcore"-Vegetarier der Handelsmarke nie ihr eigenes Erscheinungsbild verlieren werden.

Jeder Beteiligte ist ein Absender und nicht ein Zuhörer. Sie haben nicht die Pflicht, die Marken zu überdenken, sondern sie vor allem so zu managen, dass Äußerungen und Erwartungen weitestgehend frei von Irritationen sind. Die Parteiführung bedient nach diesem Konzept die in der Geschichte gelegten Fundamente in ähnlicher Manier. "Aber " als Konzept zu fungieren " kommt in der Parteikommunikation nicht mehr vor.

Nach falschem Vorurteil wird von einer "Personalisierung der Politikkommunikation " geredet, doch de facto zeigt die parteipolitische Entwicklung außerhalb Deutschlands, dass die (Volks-)Parteien nach wie vor kräftig sind, die mit ihrem charismatischen Charakter die ursprüngliche Kernaussage der betreffenden Parteien wieder unterstreichen: Weil niemand langfristig an der eigenen Maschine und den damit zusammenhängenden Dienstleistungen Interesse hat.

"Die " Erneuerung " ist der bestimmende Leitsatz der modernen Kommunikationspolitik: Der Wille zur "Verjüngung" aus Furcht vor dem "Sterben mit den Kunden" ist das Gebot der Stunde in der modernen Kommunikation. Unter dieser Voraussetzung hat Mercedes-Benz kürzlich ehemalige Crack-Händler beworben, VW Darth Vader wurde zum Hauptdarsteller seiner Werbung oder die gute, antike Ernährungsmarke "du darfst" postuliert den Werbeslogan "Fuck the diet".... in einer unvergesslichen Folgerichtigkeit soll sie eine zukunftsfähige Markenwelt geschaffen haben.

Bei der Parteikommunikation nehmen die Moderne aus den Großstädten auf einmal die Kommunikationskompetenz der Richtung ein - ihre Weltanschauung wird von den Medien nur allzu gerne aufgenommen, weil sie mit der Lebensrealität der Mediamacher übereinstimmt und (noch wichtiger) berichtspflichtiger ist als die üblichen inhaltlichen Vorstellungen, die man sowieso bei einer Party hat.

Mediale Berichte über neue, unbekannte Dinge.... Daraus resultiert eine Pseudorelevanz, die die tatsächlichen Grundwerte der Marken ("Jeder kennt das....") beiseite schiebt. Daraus folgt aber nicht, sich verstärkt zu konzentrieren und im Rahmen der eigenen Markenwelt Lösungsansätze zu erarbeiten, sondern nach dem Motto: Wir müssen uns noch mehr ändern, noch mehr dem unheilvollen "Zeitgeist" unterwerfen.... bis endlich nichts mehr übrig bleibt, was die Loyalität der Parteien begründen könnte.

Dieser Ansatz ist jedoch keine Rückkehr zu den Anfängen, sondern ein hochkomplexer Prozeß der eigenständigen Ermittlung der wesentlichen Merkmale einer Party vor dem Hintergrund der folgenden exemplarischen Fragen: Was versteht man unter sozialer Gerechtigkeit heute? So entkommt eine Seite der Willkür und der Auswechselbarkeit und entfaltet Nachhall.

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